Passive Bewerbungen

Passive Bewerbungen über Job-ProfileDie passive Bewerbung ist, getreu ihres Namens, das Gegenstück zur aktiven Bewerbung. Letztere bezeichnet jegliche Form, wo Sie selber in Kontakt mit dem Unternehmen beziehungsweise dem Personaler treten und sich damit auf eine offene Stelle bewerben möchten. Bei der passiven Bewerbung verhält es sich anders. Hier treten nicht Sie in Kontakt mit dem Unternehmen, sondern lassen dieses auf Sie aufmerksam werden.

Warum überhaupt passiv bewerben? Welche Möglichkeiten gibt es?

Möglichkeiten für passive Bewerbungen gibt es reichlich. Eine der bekanntesten ist die Präsentation über Job-Profile. In denen hinterlegen Sie Ihren Lebenslauf, bisherige Berufserfahrungen, Referenzen und sonst noch alles, was auch eine gewöhnliche Bewerbung beinhalten würde. Zusätzlich tätigen Sie Angaben, nach welchen Jobs Sie Ausschau halten oder in welcher Branche und Region Sie gern arbeiten würden. Die Job-Börsen gliedern Sie dann in eine Datenbank ein, welche Unternehmen abrufen und gezielt nach passenden Kandidaten für offene Stellen suchen können.

So funktioniert es auch bei den sozialen Karrierenetzwerken, wie beispielsweise das deutsche Xing oder das amerikanische LinkedIn. Ihr Profil da dient keinesfalls “nur” dazu, sich mit anderen Personen zu vernetzen oder um Akquise zu betreiben. Es ist in indirekter Form auch ein ständig verfügbarer Lebenslauf, welcher aktiv für Sie wirbt. So ist es kein Geheimnis, dass aus diesem Grund einige Arbeitgeber gar nicht möchten, dass ihre eigenen Mitarbeiter auf Plattformen wie Xing oder LinkedIn angemeldet sind. Es ist durchaus bekannt, dass Headhunter und Recruiter solche sozialen Netzwerke aktiv nutzen, um Arbeitnehmer und Leistungsträger von anderen Unternehmen abzuwerben.

Eine Eigenpräsentation geht immer auch noch über die eigene Webseite, welche für Sie genauso eine Art Visitenkarte im Web ist, wie das bei Unternehmen der Fall wäre. Die eigene Webseite wird häufig aber vorwiegend von Freiberuflern genutzt, welche damit auf ihre Leistungen und Referenzen aufmerksam machen möchten. Langfristig macht diese bei Arbeitnehmern nicht immer Sinn. Ausnahmen bestätigen aber die Regel. Eine junge Modeschöpferin, die gern in der Branche für einen bekannten Designer tätig werden würde, kann ihre bisherigen Kreationen und Schöpfungen durchaus auf einem eigenen Blog präsentieren, um sich so eine Online-Identität zu verschaffen.

Passive Bewerbungen: Vor- und Nachteile

Die Vorteile lassen sich bereits gut vom Namen ableiten. Weil es eben eine “passive” Form der Jobsuche ist, müssen Sie dafür nicht viel und teilweise sogar keine Zeit investieren. Der Aufwand beschränkt sich meist darauf, ein Profil im jeweiligen sozialen Karrierenetzwerk anzulegen oder einen Lebenslauf auf einer Stellenbörse zu hinterlegen. Ändert sich etwas, weil Sie in der Zwischenzeit den Job gewechselt haben, muss das natürlich aktualisiert werden. Ansonsten müssen Sie eigentlich nur auf Anfragen und Nachrichten, die Sie erhalten, möglichst adäquat reagieren. Für Personen, die sich bereits in einer Anstellung befinden, ist die passive Bewerbung zudem diskreter. Diese müssen nicht direkt selber in die Offensive gehen, sondern können Unternehmen, die sowieso schon Interesse haben, auf sich zukommen lassen. Weiterhin setzen solche passiven Bewerber natürlich ein solides Fundament für eine spätere starke Verhandlung, da nicht selber der erste Schritt gegangen wurde.

Nachteile existieren ebenfalls. So funktionieren passive Bewerbungen keinesfalls in jeder Branche. Die Wahrscheinlichkeit, dass man von Headhuntern und Recruitern angeworben wird, steigt mit dem eigenen Marktwert. Wer eine erstklassige Berufsbildung und ebenso erstklassige Erfahrung vorzuweisen hat, der wird in den Augen der Unternehmen wesentlich attraktiver erscheinen. Eine Friseurin oder ein Taxifahrer haben hingegen, auch schon wegen der Branche, kaum eine Chance sich passiv erfolgreich zu bewerben. Weiterhin verleitet die Form der passiven Bewerbung mitunter dazu, sich etwas zurückzulehnen, statt selber aktiv zu suchen. Das ist aber nur dann kritisch, wenn man aktuell keine Anstellung besitzt. Generell sollten hart umworbene Fachkräfte zudem damit rechnen, dass der bestehende Arbeitgeber das Ausstellen eigener Profile auf Xing und Co. untersagen könnte.