Motivationsschreiben

MotivationsschreibenDas Motivationsschreiben, oft auch als “Dritte Seite” bezeichnet, gewinnt bei Bewerbungen um Ausbildungsplätze immer mehr an Bedeutung und wird heute auch von vielen Unternehmen und Institutionen verlangt, die Stipendien und Förderungen vergeben. Auch wenn es bei der Bewerbung um berufliche Anstellungen eine untergeordnete Rolle spielt, kann es unter bestimmten Voraussetzungen wertvolle Zusatzinformationen über die Kandidaten enthalten, die das Interesse der Arbeitgebenden wecken.

Wann macht ein Motivationsschreiben Sinn?

Das Motivationsschreiben ist ein wesentlicher Teil einer Bewerbung um einen Studienplatz oder eine Weiterbildung. Für zukünftige Arbeitskräfte ist es lediglich eine freiwillige Ergänzung, die der Bewerbungsmappe beigelegt werden kann. Es sollte nur dann verfasst werden, wenn es entweder ausdrücklich verlangt wird oder den Arbeitgebenden einen inhaltlichen Mehrwert bietet, der die Entscheidung für die Kandidierenden wesentlich beeinflussen könnte. Sind in dem Anschreiben, dem Lebenslauf und den beigefügten Zeugnissen bereits alle für die Anstellung relevanten Informationen enthalten, ist das Motivationsschreiben überflüssig und bläht die Bewerbungsmappe nur unnötig auf. Liefern die Unterlagen jedoch nicht alle überzeugenden Argumente für die Bewerbenden, kann das Motivationsschreiben eine sinnvolle Ergänzung sein.

Umfang und Stil des Motivationsschreibens

Grundsätzlich wird empfohlen, das Motivationsschreiben so kurz wie möglich zu halten, damit sich die für die Vergabe von Ausbildungsplätzen und beruflichen Anstellungen verantwortlichen Personen einen einprägsamen Überblick verschaffen können. Die ideale Länge wird mit einer DIN A4-Seite angegeben, sind viele Informationen anzuführen, kann das Schreiben auch maximal zwei Seiten lang sein. Da es sich bei dem Text um eine persönliche Ergänzung der Bewerbungsunterlagen handelt, sollte es unbedingt eine direkte, namentliche Ansprache der betreffenden Person enthalten und keinesfalls mit “Sehr geehrte Damen und Herren” oder ähnlichem beginnen. Beim Verfassen des Motivationsschreibens sind keine formalen Regeln zu beachten. Es kann sowohl als Fließtext in Ich-Form als auch als eine Aufzählung formuliert werden. Aufzählungen haben zwar den Vorteil, wichtige Fakten prägnant und übersichtlich anführen zu können, wirken jedoch ebenso unpersönlich wie ein Lebenslauf. Wer sich dennoch für eine Aufzählung entscheidet, sollte darauf achten, individuelle und aussagekräftige Sätze zu formulieren. Motivationsschreiben im Fließtext hingegen wirken übersichtlich und strukturiert, wenn sie Absätze und Zwischenüberschriften enthalten und – wenn passend – durch kurze Aufzählungen aufgelockert werden. Egal, für welche Textform man sich entscheidet, ein seriöses Motivationsschreiben enthält wie andere Bewerbungsunterlagen einen Briefkopf mit den persönlichen Daten und rechtsbündig das Datum.

Inhalt eines gelungenen Motivationsschreibens

Um das Interesse der Leserschaft zu wecken und auf den Inhalt aufmerksam zu machen, empfiehlt sich das Setzen einer aussagekräftigen Überschrift, die auf die Person des Verfassers direkten Bezug nehmen sollte und als Aussage ebenso formuliert sein kann wie als Frage an die Arbeitgebenden. Schon in der Einleitung sollten die Verfassenden auf den Punkt kommen und allgemeine, höfliche Floskeln vermeiden. Der Hauptteil eines seriösen Motivationsschreibens führt in jedem Fall die Beweggründe für die Bewerbung und die eigenen Erwartungen an den Ausbildungsplatz an. Besondere Qualifikationen, persönliche Erfahrungen, soziales Engagement und relevante Talente können hier detailliert und auf authentische, glaubwürdige Weise beschrieben werden. Keinesfalls ist das Motivationsschreiben als Wiederholung von Fakten zu verstehen, die bereits im Anschreiben und im Lebenslauf enthalten sind und ausreichend erläutert wurden. Das Motivationsschreiben sollte immer die Argumente, die für eine Vergabe der betreffenden Stelle oder Förderung an die Verfassenden sprechen, klar zum Ausdruck bringen oder gegebenenfalls vertiefen.