Mögliche Fragen

FragenIm Rahmen eines Bewerbungsgespräches kann sich der Arbeitgebende ein umfassendes Bild von einer potentiellen Arbeitskraft machen und feststellen, ob sich diese in sein Team auf professioneller und sozialer Ebene gut einfügen kann. Um die Qualifikationen von Bewerbenden sorgfältig beurteilen zu können, wird der Personalchef viele Fragen stellen, die nicht nur den beruflichen Werdegang, sondern auch die persönliche Seite betreffen. Viele potentielle Arbeitskräfte fühlen sich durch solche Fragen verunsichert und empfinden die Interviewsituation als unangenehm. Die meisten Fragen tauchen jedoch in nahezu jedem Bewerbungsgespräch auf und können mit der richtigen Vorbereitung souverän beantwortet werden.

Die eigene Person prägnant definieren

Fast jedes Bewerbungsgespräch beginnt mit der freundlichen Aufforderung der Vorgesetzten an die Kandidierenden, sich kurz vorzustellen. Dies sollten alle potentiellen Arbeitskräfte als eine wichtige Gelegenheit ergreifen, einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Hier geht es darum, die eigenen beruflichen Fähigkeiten in aussagekräftigen Sätzen zusammenzufassen. Der Arbeitgeber soll erkennen können, dass der Kandidat kontaktfreudig ist und einen respektvollen Umgang mit Kunden und Teamkollegen pflegen kann. Innovatives Denken und Kreativität sollten in der Antwort ebenso vermittelt werden wie die Fähigkeit, mit Stressituationen angemessen umzugehen. Um diese erste Herausforderung des Bewerbungsgespräches zu meistern, sollten potentiellen Arbeitskräfte diese wichtigen Punkte aufschreiben und in Antworten verpacken, die zur eigenen Persönlichkeit passen und dadurch ein authentisches Bild vom eigenen Ich entstehen lassen.

Schwächen als potentielle Stärken darstellen

Wenn der Kandidierende seine positiven Seiten auf prägnante und kurze Art dargestellt hat, werden die Vorgesetzten sicher um eine persönliche Einschätzung der eigenen Schwächen bitten. Auch diese Frage ist eine gute Gelegenheit, auf bestimmte Talente unaufdringlich hinzuweisen. Wichtig ist, Schwächen anzuführen, die Arbeitgebende auch als berufliche Stärken sehen könnte. So können etwa Perfektionismus, Sturheit, Beharrlichkeit und übertriebener Ehrgeiz im beruflichen Alltag durchaus eine positive Wirkung zeigen und vom Arbeitgeber daher als für das Unternehmen bereichernde Aspekte interpretiert werden. Ausschließlich negative Charaktereigenschaften wie beispielsweise Unpünktlichkeit oder tageszeitenabhängige Launen sollten wie Konzentrationsschwächen oder private Probleme keinesfalls erwähnt werden.

Professionalität persönlich dargestellt

Haben  sich die Arbeitgebenden ein Bild von dem Charakter ihrer potentiellen Mitarbeitenden machen können, kommt der berufliche Werdegang zur Sprache. Der Hinweis, alle wichtigen Fakten hierzu stünden bereits im Lebenslauf, ist fehl am Platz und lässt einen Kandidierenden arrogant erscheinen. Stattdessen sollten solche Fragen gezielt dazu genutzt werden, die beruflich relevante Biographie näher zu erläutern. Dazu gehört selbstverständlich, alle im Lebenslauf angeführten Ausbildungen und Karrierestationen auf Anfrage im Detail beschreiben und objektiv bewerten zu können. In diesem Teil des Gespräches kommen sicher auch Fragen nach den persönlichen Erwartungen an eine zukünftige Zusammenarbeit und dem Grund für die Bewerbung zur Sprache. Um alle möglichen Fragen zur vollsten Zufriedenheit zu beantworten, sollten sich Kandidierende auch im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie sie das in der Ausbildung erlernte Wissen praktisch umsetzen können, um ihren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens zu leisten. Die zwangsläufige Frage nach dem Grund für die Kündigung der letzten Anstellung sollte ehrlich, aber in jedem Fall diplomatisch beantwortet werden, um nicht sozial und beruflich inkompetent zu erscheinen.

Arbeitgebende, die merken,  dass sich die potentiellen Arbeitskräfte nach ausgiebiger Recherche zu den fachlichen Hintergründen und den Strategien des Unternehmens Gedanken gemacht haben, werden diese sicher in die engere Wahl miteinbeziehen. Wer auf das meist zum Abschluss erwähnte “Haben Sie noch Fragen?” tatsächlich eine fachlich fundierte Frage, wie etwa zur Struktur des Unternehmens oder zu den Chancen auf Weiterbildung während der Anstellung stellt, zeigt persönliches und professionelles Interesse, das in jedem Fall positiv gewertet wird.