Miet- und Wohnbewerbung

Die Miet- und Wohnbewerbung für bessere Chancen bei der Wohnungssuche.Der deutsche Wohnungsmarkt ist insbesondere in den Großstädten von einer enorm hohen Nachfrage geprägt. Ganze Stadtteile verfügen quasi dauerhaft über keinerlei Leerstand, die Mieten steigen konsequent an und für Mieter wird es immer schwieriger, überhaupt noch eine ansprechende und bezahlbare Wohnung zu finden. Aus diesem Umstand heraus hat sich eine etwas andere Art der Bewerbung etabliert: Die Miet- und Wohnbewerbung nämlich.

Nicht so viel anders, als die klassische Job-Bewerbung

In ländlichen Regionen und in Kleinstädten ist solch eine Bewerbung normalerweise gar nicht notwendig. Wer hingegen in den Top-Großstädten Deutschlands eine Wohnung in einem guten Stadtteil sucht, wird zwangsweise gegen andere Bewerber antreten, die solch eine Bewerbung verfassen werden. Insbesondere unter den 20-30-Jährigen hat sich die Miet- und Wohn-Bewerbung längst etabliert. Makler, Vermieter und Hausverwaltungen nehmen sie gleichermaßen gern entgegen. Im Zweifelsfall kann diese den Ausschlag geben. Bonität, reguläres Einkommen und ein gesitteter Eindruck bei der Besichtigung sind aber natürlich ebenso “Gold wert”. Kommt es dann jedoch zum knappen Rennen zwischen zwei oder drei Bewerbern, ist derjenige mit der Miet- und Wohnbewerbung schon einmal in einer guten Position.

In ihrem Aufbau unterscheidet sich diese Form der Bewerbung nicht großartig von der klassischen Job-Bewerbung. Das erste Blatt ist ein persönliches Anschreiben, welches sich an den zuständigen Makler oder den Eigentümer richtet. Das Anschreiben ist in erster Linie eine Art Vorstellung beziehungsweise Motivationsschreiben. Der oder die Mieter erzählen etwas über sich, ihren bisherigen Werdegang und warum sie die Wohnung haben möchten. Unbedingt enthalten sein müssen Angaben zum Einkommen, der Art der Beschäftigung und wie viele Mieter (Partner, Kinder oder vielleicht sogar Großeltern) in die Wohnung einziehen.

Ebenfalls ist man immer gut damit beraten, wenn ein Grund geliefert wird, warum es überhaupt zum Auszug kam. So können sich Eigentümer und Makler ein besseres Bild der Situation machen. Klassische Gründe sind beispielsweise der Nachwuchs, eine berufliche Veränderung oder wenn ein Paar die erste gemeinsame Wohnung bezieht. Bewerber sollten davon absehen, die bisherige Wohnung als “schlecht” darzustellen. Selbst wenn es in der bisherigen Wohnung oder mit dem aktuellen Vermieter Probleme gibt, gehören diese nicht in das Anschreiben. Sonst könnte der Eigentümer fürchten, dass es ihm bei einem späteren Auszug ähnlich ergeht.

Viele Bewerber entscheiden sich zudem für einen schmeichelnden Ton. Das ist eigentlich gar nicht so verkehrt, sofern damit nicht übertrieben wird. Wer das möchte, könnte aber durchaus einen kleinen Absatz den Gründen widmen, warum die Wohnung besonders zusagt. Nennenswert sind an dieser Stelle beispielsweise hohe Decken, ein besonders schickes Bad, die Nähe zu einem Park, die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel oder andere exklusive Features. Wichtig ist nur, dass diese dann tatsächlich in der jeweiligen Form existieren. Ebenso wie bei Job-Bewerbungen, sollte man also von mehrfach verschickten Anschreiben, die dann nicht mehr richtig passen, konsequent absehen.

Wichtige Anlagen zu einer Miet- und Wohnbewerbung

Das Anschreiben sollte auf keinen Fall länger als eine A4-Seite sein. Besser ist eine halbe A4-Seite Text, so dass sich mit der Anschrift und der Unterschrift dann eine dreiviertel A4-Seite Inhalt ergibt. Zudem muss an dieser Stelle niemand sein ganzes Privatleben offenbaren. Das wäre übertrieben und könnte auch einem künftigen Vermieter als ungewöhnlich erscheinen. Was aber nicht fehlen sollte, sind die bei jeder Bewerbung notwendigen Dokumente. Selbst wenn kein Anschreiben verfasst wird, dürfen diese nicht fehlen und werden normalerweise von jedem Makler und/oder Vermieter gefordert.

Als Anlagen gehören in die Miet- und Wohnbewerbung deshalb Bonitätsnachweise (beispielsweise von der SCHUFA) in die (digitale) Mappe. Mitunter muss nur eine Einwilligung unterzeichnet werden, wenn der Makler sie eigenmächtig einholt. Zudem möchten Vermieter normalerweise die Verdienstbescheinigungen der letzten drei Monate. Der aktuelle Vermieter muss außerdem, sofern das zutrifft, eine Mietschuldenfreiheitsbestätigung ausstellen. Sie bescheinigt dem neuen Vermieter, dass der Mieter beim alten Vermieter stets pünktlich gezahlt hat.